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Tania Brachtendorf
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Schröpfen, Moxibustion und Gua Sha

Tania Brachtendorf

Schröpfen

Das Schröpfen ist ein Ausleitungsverfahren, das bereits bei den alten Ägyptern bekannt war und als wichtiger Bestandteil der Medizin galt.

Mit Hilfe von Saugglocken aus Glas wird auf der Haut ein Unterdruck erzeugt. An bestimmten Stellen des Körpers können dadurch die Energieleitbahnen bzw. die Reflexzonen beeinflusst und somit auch Einfluss auf Organe oder Körperfunktionen genommen werden. Dabei wird der Stoffwechsel angeregt und Stagnationen von Energie und gestautes Blut werden gelöst. Aus westlicher Sicht würde man sagen: Verklebungen werden abgebaut und Schlacken aus dem Körper werden an die Oberfläche gebracht, um über das Immunsystem abtransportiert zu werden.

Man unterscheidet grundsätzlich 3 Arten:

  • Das blutige Schröpfen
    Die Haut wird mit Hilfe von Einweglanzetten (kleine, kompakte Stechinstrumente) angeritzt. Der aufgesetzte Schröpfkopf füllt sich mit Blut.
  • Das trockene Schröpfen
    Ohne vorher die Haut anzuritzen wird ein Schröpfkopf auf die Haut gesetzt, dabei entsteht ein deutliches Schröpfmal.
  • Die Schröpfkopfmassage
    Vor Beginn der Behandlung wird der Körper mit Öl eingerieben. Die dann aufgesetzten Schröpfköpfe werden über die Haut bewegt, so dass die Muskelfasern durch die Bewegung in das Glas gezogen und dort gedehnt und gezogen werden. Durch diese intensive Massage kommt es zu Rötungen der Haut und Schröpfmalen.
In Kombination mit Tuina-Massagen und Akupunktur eignet sich das Schröpfen hervorragend für Schmerzen am Stütz- und Bewegungsapparat, Kopfschmerzen, etc.

 

Tania Brachtendorf

Moxibustion

Bei der Moxa-Therapie wird Beifußkraut auf bestimmte Körperstellen platziert, die auch bei der Akupunktur eine wichtige Rolle spielen. Nach dem Anzünden dieses Krautes wird durch die Wärme am Körper Einfluss auf die Energieleitbahnen genommen – die Selbstheilungskräfte werden mobilisiert. So können durch die Moxa-Therapie bestimmte Systeme gewärmt oder gestärkt werden, aber auch Blockaden gelöst werden.



Auch hier unterscheidet man verschiedene Arten:
  • Direktes Moxa:
    Das Beifußkraut wird direkt auf der Haut verbrannt.
  • Indirektes Moxa:
    Zwischen das Beifußkraut wird Salz, eine Scheibe Knoblauch oder Ingwer gelegt.
  • Moxazigarre:
    Eine Moxazigarre (in dünnes Papier gerollte Stangen aus Beifußpulver) wird einen halben Zentimeter über der Haut an einen Akupunkturpunkt gehalten, bis eine deutliche Rötung auf der Haut auftritt.
  • Nadel-Moxa:
    Moxa wird auf einer eingestochenen Akupunkturnadel abgebrannt, damit die Hitze direkt ins Gewebe geleitet wird.

 

Tania Brachtendorf

Gua Sha

Gua Sha ist eine Schabetechnik, bei der als Schaber verschiedenste Alltagsgegenstände benutzt werden können. So dienen Porzellanlöffel, Jadesteine, Holz oder auch Deckel von Gläsern als geeignete Instrumente. Mit diesen wird der eingeölte Körper flächig und in großen Zügen "abgeschabt". Dieses Verfahren verursacht eine verstärkte Durchblutung und zeigt, wo Disharmonien oder Blockaden im Körper sind und löst diese. An den behandelten Stellen entstehen rote, meist großflächige Verfärbungen und punktförmige harmlose Blutungen in der Haut, die nach der Behandlung sichtbar sind. Meist empfindet der Patient eine sofortige Erleichterung und Entlastung. Muskuläre Steifheit und Schmerz werden somit reduziert. In der Regel bilden sich die Verfärbungen nach 2-4 Tagen wieder vollständig zurück.

Dieses Verfahren ist seit über 2000 Jahren bekannt und wird vor allem im gesamten südostasiatischen Raum eingesetzt. Durch Arya Nielsen - eine bedeutende amerikanische Akupunkteurin - ist Gua Sha mittlerweile auch in Europa als Therapieform anerkannt und wird mit großem Erfolg in Praxen und Kliniken angewendet.


Gua Sha wird meist angewendet bei:
  • Erkältung
  • Fieber
  • Husten und Atemnot: Bronchitis, Asthma, Emphysem
  • Muskel-, Bänderverletzungen und Steifheit
  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Fibromyalgie
  • Frauenleiden
  • Verdauungsproblemen
  • chronische Schmerzzustände